Wie soll ich nach einem Rückfall weitermachen?

Rückfälle gehören dazu. Zwar wünschen wir uns ab dem Moment, in dem wir uns für die Heilung der Essstörung entscheiden, dass die Essstörung von heute auf morgen weg ist. Einfach verschwindet. Auf Nimmerwiedersehen. Die Realität sieht aber ganz anders aus. Der Heilungsweg ist ein Prozess - dazu gehören Auf's und Ab's. Gute wie schlechte Zeiten.

 

3 Schritte, die mir geholfen haben, mit Rückfällen umzugehen:

 

1.) Vergebung:

Einem guten Freund würdest du doch auch Hilfe und Unterstützung entgegen bringen, wenn er*sie einen Fehler gemacht oder eines seiner*ihrer Vorhaben nicht schon beim ersten Mal geklappt hätte. Sei dir selbst ein Freund und übe dich in Nachsicht und Geduld. Vergib und versprich dir, jetzt nicht aufzugeben, sondern es weiter zu versuchen und den nächsten Schritt auf deinem Heilungsweg zu gehen ♥

 

2.) Aus dem Rückfall lernen:

Kein Rückfall passiert ohne Grund. Deswegen ist es wichtig, dass du deine Rückfälle nicht einfach verdrängst, sondern dich fragst, wie es dazu kommen konnte: Wie geht es dir gerade? Was beschäftigt dich? Was läuft schief? Hast du in letzter Zeit deine Bedürfnisse missachtet? Hast du das Gefühl schlecht behandelt worden zu sein? 

Indem du dir diese Fragen stellst, hast du die Möglichkeit, aus deinem Rückfall zu lernen. 

 

3.) Dich selbst anerkennen:

Nach einem Rückfall ist es besonders wichtig, dich selbst anzuerkennen. Wir neigen dazu, uns tage- oder wochenlang über Dinge aufzuregen, die wir sowieso nicht mehr ändern können. Ja, du hattest einen Rückfall. Ein Lob darfst du dir trotzdem aussprechen. Zum Beispiel, weil die Abstände zwischen deinen Rückfällen größer werden. Oder, weil du den Mut hast, dich mit deinem Rückfall auseinanderzusetzen, anstatt ihn zu verdrängen. Bedenke, dass der Rückfall nur passieren konnte, weil du dich entschieden hast, deine Essstörung zu heilen. Und das ist Grund genug, dir selbst hin und wieder liebevoll auf die Schulter zu klopfen.