Habe ich eine Essstörung?

Ich erinnere mich noch sehr gut an das Jahr, in dem alles anfing. Ich war gerade einmal 12 Jahre alt, als ich begann, mich nach dem Essen zu übergeben. Mir war zu dem Zeitpunkt nicht bewusst, was ich da eigentlich tat und welche Folgen es für mich haben könnte. Als ich das erste Mal von meiner Mutter mit der Frage "Hast du dich gerade übergeben?" konfrontiert wurde, war ich ehrlich und habe "Ja." gesagt.

Hätte man mich gefragt, ob ich glaube, an einer Essstörung zu leiden, hätte ich aber "Nein" gesagt. Und das wäre genauso ehrlich gewesen.

 

Zu dem Zeitpunkt glaubte ich, essgestört wäre nur, wer "Nichts" isst und genau so aussieht. 

Heute weiß ich, dass eine Essstörung viele Formen haben kann. Sie kann groß und laut sein. Aber auch still und heimlich. Genauso gut weiß ich inzwischen, dass das Körpergewicht und eine ärztliche Diagnose absolut zweitrangig sind.

 

Meine Faustformel, die hilft, herauszufinden, ob du eine Essstörung hast, lautet:

Wenn du dich fragst, ob du ein Problem mit dem Essen hast, dann hast du vermutlich ein Problem mit dem Essen.

 

Und deshalb an dieser Stelle der Appell an dich: Hol dir rechtzeitig Hilfe. Essstörungen jeglicher Form (Anorexie, Bulimie, Binge-Eating, atypische Essstörungen, etc.) sind ernsthafte psychische Erkrankungen und keine Modekrankheiten!